Hell's Gate - eine neue Erfahrung

Mitte Februar 2017 nahm Robert "Rob" Scharl beim Extremenduro Hell's Gate in der Toskana teil. "Bereits am Donnerstag machten wir - Markus Rieder, Hubert Scharl und ich – uns auf den Weg in die schöne Toskana nach Italien", berichtet er. "Voll bepackt im Ducato, benötigten wir knapp neun Stunden bis nach il Chiocco, ins tolle 5 Sterne Hotel 400 Meter entfernt von der Rennstrecke zum 'Hell's Gate'.“ An der Bar noch ein kurzes Hand Shake mit Graham Jarvis, der kurz von den vielen querliegenden Baumstämmen auf der Strecke erzählte und sich kurz darauf lächelnd zurückzog. Freitagfrüh genossen "Rob" Scharl, Markus Rieder und Hubert Scharl das Frühstück, bevor sie sich auf die vier Stunden Streckenbesichtigung (Wanderung) machten. Gegen 14:00 Uhr kamen sie von der Besichtigungstour zurück und begannen mit der Papier- und Motorradabnahme. Danach wollten sie den Wellnessbereich des Hotels erkunden, aber es kam anders: "Rob" Scharl kam mühelos durch die Abnahme, aber sowohl Philipp Scholz als auch Markus Rieder wurden zur Seite genommen.

Der Grund: Es gab Unstimmigkeiten mit den Mitas Supersoft, da zwar ein FIM-Zeichen, aber keine DOT-Nr. vorhanden war. Bei Markus Rieder wurde auch noch der fehlende Kettenschutz am Ritzel bemängelt. Immer mehr Fahrer wurden wegen der fehlenden DOT-Nr. nicht zugelassen, darunter auch Wade Young. Dieser drohte mit Abreise, aber es half nichts. "Letztendlich gab es einen kleinen Kompromiss", erzählt "Rob" Scharl. "Der Reifen durfte nur im Finale gefahren werden… Irgendwie organisierten alle betroffenen Fahrer passende Reifen und das große Ummontieren ging los." Leider war der Wellnessnachmittag nun auch Geschichte. Fahrerbesprechung, kurz was essen und ab ins Bett.

Der Renntag begann um 6:00 Uhr mit ausgiebigem Frühstück, denn um 7:30 Uhr gingen die ersten Fahrer im Enduromodus auf die Strecke. Zu absolvieren waren fünf Runden, in der sich auch die Sonderprüfung befand, mit einem Rundenzeitfenster von einer Stunde und 15 Minuten. Das bedeutete für "Rob" Scharl eine Gesamtzeit von sechs Stunden und 15 Minuten auf dem Motorrad.

Mit der Startnummer 87 hatte er einige Fahrer vor sich und kam nicht so gut in den Rhythmus wie gedacht. In der ersten Runde hat er nur vier Minuten gut gemacht. Um keine Strafzeit zu bekommen, nahm er nur schnell ein Gel und schon ging es in die zweite Runde.

"Ich kam nun besser in Fahrt, so dass ich 15 Minuten für den Service hatte", erinnert sich "Rob" Scharl. Dann wurde es spannend: Die ersten Ergebnisse der Sonderprüfung erschienen im Internet. "Bei mir Platz 32, nicht optimal, denn nur 30 Starter kommen in das Finale." Nach Runde 3 gelang "Rob" Scharl kurz der 31. Platz und zuletzt blieb ihm der 33. Platz. "Doch ich bin nicht unzufrieden", betont er. "Ich habe alles gegeben. Mit einer besseren Startnummer hätte ich es vielleicht geschafft, aber mit drei Stunden Motorradtraining kannst du halt ein Sechs-Stunden-Rennen nicht voll fahren." Für seinen Vater Hubert Scharl war es eh unvorstellbar, in solch schwerem Gelände sechs Stunden auf dem Motorrad zu sitzen.

Für die Finalisten ging es um 16:00 Uhr an den Start für das noch technisch schwierigere Drei-Stunden-Finale. Die volle Unterstützung der drei Angereisten galt nun Philipp Scholz, dem einzig verbliebenen deutschen Fahrer. "Unglaublich, wie die Fahrer bereits nach dem Start im Bergauf-Steinfeld am Gas ziehen", begeistert sich "Rob" Scharl. Beflügelt von den tausenden enthusiastischen Zuschauern ging dies Runde um Runde bis in die Nacht hinein. Ab 18:00 Uhr wurden zurückliegende Fahrer aus dem Rennen genommen und zuletzt beendeten nur fünf Fahrer um 19:00 Uhr die drei Stunden Distanz. Es siegte überragend Graham Jarvis, vor Travis Teasdale und Wade Young. Philipp Scholz wurde guter Achter. "Eine tolle Leistung bei seinem ersten Rennen nach einer Handverletzung", betont "Rob" Scharl.

Anschließend noch eine leckere Pizza mit mehr oder weniger Rotwein und tags darauf schon wieder die Heimreise. "Eine gute Idee vom Veranstalter ist noch anzumerken", sagt "Rob" Scharl. "Es gibt am Sonntag die Möglichkeit für Hobbyfahrer, die Strecke zu befahren." Das Ganze nennt sich "Hell's Gate Lite“ und wird als eine Art „Touristica“ angeboten. "Eine tolle Sache, so kann man am eigenen Leibe spüren, was die Fahrer tags zuvor geleistet haben."

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