Geothermieprojekt nimmt wieder Fahrt auf

08.12.2017

Zuletzt war es in der Öffentlichkeit rund um das Geothermie-Projekt der EHG ruhig geworden, hinter den Kulissen wurde aber intensiv gearbeitet. Jetzt nimmt das Vorhaben auch öffentlich wieder Fahrt auf.

Bereits seit 2006 verfolgt die EHG unter anderem mit ihrer Tochtergesellschaft Geothermie Traunstein Projekt GmbH den Bau eines Geothermie-Kraftwerks, das die Region Traunstein mit umweltfreundlicher und grundlastfähiger Energie versorgen wird. Zuletzt war es in der Öffentlichkeit rund um das Projekt ruhig geworden, hinter den Kulissen wurde aber intensiv gearbeitet. Jetzt nimmt das Vorhaben auch öffentlich wieder Fahrt auf: Im Sommer 2018 soll mit den Bohrungen der erste Schritt zum Bau des Kraftwerks getan werden.

Die ursprüngliche Zeitplanung war ehrgeizig. Bis 2015 wollte die Geothermie Traunstein Projekt GmbH das neue Kraftwerk ans Netz bringen. Um dies zu ermöglichen, investierte das mittlerweile in Traunstein ansässige Unternehmen rund 5 Millionen Euro Eigenkapital. Allerdings wurde eine Überarbeitung des Zeitplans notwendig: Durch die Neuordnung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes 2014 (EEG 2014) entstand zwischenzeitlich eine unsichere politische Konstellation, sodass sich die Sicherung der Zwischenfinanzierung der anstehenden Bohrungen und des Kraftwerksbaus – immerhin zwischen 40 und 60 Millionen Euro – verzögerte. „Wir ließen uns von vermeintlichen Rückschlägen nicht verunsichern und haben konzentriert weiter an der Realisierung des Kraftwerks gearbeitet. Wir waren immer überzeugt, dass sich nur der Zeitpunkt der Fertigstellung verschiebt“, schildert Geschäftsführer und Gesellschafter Thomas Engmann.

Die Beharrlichkeit hat Erfolg. Mittlerweile werden die notwendigen Genehmigungen für die Bohrungen und den späteren Kraftwerksbau eingeholt. Auch konnten die Daten, die durch die seismischen Untersuchungen gewonnen wurden, von einer zweiten, unabhängigen Instanz geprüft werden. Das Ergebnis: „Wir können sehr zufrieden sein. Die ersten Ergebnisse der seismischen Untersuchungen wurden bestätigt: In 5.000 bis 6.000 Metern Tiefe werden wir auf ausreichend heißes Wasser stoßen“, erklärt Engmann.

Bereits im kommenden Jahr wird es ernst für das neue Kraftwerk. Im Juli 2018 soll mit den Bohrungen begonnen werden, die das rund 150 Grad heiße Thermalwasser zur Energieerzeugung erschließen. Bis zu 15 MW geothermischen Strom wird das künftige Kraftwerk erzeugen und so bis zu 20.000 Haushalte mit umweltfreundlicher Energie versorgen.