Faktencheck 3: Quecksilberemissionen

Der Faktencheck beantwortet Fragen, die häufig zum Betrieb einer Feuerbestattungsanlage gestellt werden.

Frage: Stößt eine Feuerbestattungsanlage nicht hohe Quecksilbermengen aus?

Fakten:
Diese Frage ist eine ganz zentrale in der Diskussion pro oder contra der Realisierung des Bauprojektes in Kolbermoor. Deshalb steigt dieser Faktencheck tiefer in die Thematik ein.


Quecksilberemissionen.

Quecksilber gehört zur Kategorie der Schwermetalle. Es ist das einzige Metall, das bei Normalbedingungen flüssig ist. Als Rohstoff kommt es vor allem in bestimmten Boden- und Gesteinsschichten vor. Es kann auch über geothermische Aktivitäten oder Vulkanausbrüche in die Atmosphäre gelangen.

Quecksilber-Emissionen entstehen u.a. bei folgenden Prozessen bzw. Einsätzen:

  • bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, vor allem von Kohle
  • bei industriellen Schmelz- und Produktions-Prozessen (z.B. Betonherstellung, Chlor-Alkali-Elektrolyse, Metallveredelung, Farbenherstellung, Batterieherstellung etc.)
  • bei der Goldgewinnung
  • bei Leuchtmitteln wie Energiesparlampe
  • bei Amalgam-Zahnfüllungen.

Gewichtet man diese Quecksilber-Emissionen, dann entstehen ca. 60 Prozent der Emissionen in der Industrie und ca. 40 Prozent bei verschiedenen anderen Verbrennungs- und Verarbeitungsprozessen.


Quecksilberemissionen in Feuerbestattungsanlagen.

Viele Menschen haben Quecksilber jahrelang in Form von Zahn-Amalgam-Füllungen im Körper. Nach dem Tod wird das Quecksilber wieder an die Umwelt abgegeben. Bei Erdbestattungen gelangt es langsam über viele Jahre hinweg ungefiltert in Boden und Grundwasser. Bei Feuerbestattungen wird es durch die Verbrennung in einem Zug freigesetzt und durchläuft dabei einen streng definierten Filterungs-Prozess. Das ist deutlich umweltverträglicher. Bundesweit gibt es gut 150 Feuerbestattungsanlagen. Nach Durchlauf des Filterungs- und Abgasreinigungs-Prozesses emittieren sie insgesamt noch ca. 1,95 kg Quecksilber pro Jahr.

Das bedeutet konkret, dass eine moderne, dem Stand der Technik entsprechende Feuerbestattungsanlage 13 g Quecksilber pro Jahr emittiert. Dies entspricht der Quecksilbermenge von 13 Fieberthermometern der alten Bauart, die bis 2009 verkauft wurden, und von denen sicherlich noch zahlreiche in den Haushalten im Einsatz sind. Umfangreiche Messungen im näheren Umfeld von Feuerbestattungsanlagen haben gezeigt, dass sämtliche vorgegebenen Schadstoffwerte für luftgetragene Schadstoffe sehr deutlich unterschritten werden. In verschiedenen Erhebungen, Studien und Messungen wird die Relevanz des Quecksilbereintrages in die Umwelt durch Feuerbestattungsanlagen mittlerweile recht gut dargestellt.

In der Umgebung von Feuerbestattungsanlagen wurden Proben genommen, die zeigen, dass sogar die Vorgaben des Gesetzgebers für den zulässigen Quecksilbergehalt im Boden für Kinderspielflächen um das mehr als 20-fache unterschritten werden. (Dr.-Ing. Gebhard Schetter. Krematorium: Abgas und Asche, Düsseldorf 2016).


So filtert die Feuerbestattung Traunstein.

In der Feuerbestattung Traunstein setzen wir modernste Abgasreinigungs- und Filtertechnik ein. Das sogenannte Flugstromfilterverfahren mit Sorbalit als Additiv im Gewebefilter ist zukunftsweisend, da es nach einstimmiger Expertenmeinung schon jetzt den höchsten Quecksilber-Abscheidegrad von allen Filtersystemen gewährleistet.

Es filtert mehr als 95 Prozent der Quecksilber-Emissionen heraus, denn diese werden zum einen an den im Abgas vorhandenen Staub gebunden und zusammen mit dem Staub aus dem System ausgetragen. Zum anderen wird das im Abgas vorhandene Quecksilber an das für die Rauchgasreinigung verwendete Additiv – und hier an die Aktivkohle – gebunden und zusammen mit dem Staub abgeschieden. Die Reststoffe werden sicher in einer Untertagedeponie oder in einer Sonderabfalldeponie entsorgt.

Folgende Tabelle, erstellt von Ökopol Institut für Ökologie und Politik GmbH, Hamburg, zeigt die Verteilung der weltweiten Quecksilberemissionen zum Zeitpunkt der letzten uns bekannten Erhebung im Jahr 2010. Anzumerken ist, dass der weltweit zunehmende Einsatz von Filtertechnik die Emissionen mittlerweile reduziert haben dürfte.

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