Faktencheck 4: Zu erwartende Emissionen der Feuerbestattung Kolbermoor

Der Faktencheck beantwortet Fragen, die häufig zum Betrieb einer Feuerbestattungsanlage gestellt werden.

Frage: Welche Emissionen und in welchem Umfang wird die geplante Feuerbestattungsanlage in Kolbermoor verursachen?

Fakten:
Der Faktencheck 1 – Emissionsgrenzwerte informiert über die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte, die eine Feuerbestattungsanlage nach den im BImSchG und der 27. BImSchV geregelten Vorgaben des Gesetzgebers erfüllen muss.

Im Faktencheck 4 informieren wir über die konkret in unserer Feuerbestattungsanlage in Traunstein gemessenen und regelmäßig behördlich überwachten Emissionen. Diese können für die geplante Anlage in Kolbermoor ebenfalls erwartet werden, da die gleiche moderne Anlagentechnik zum Einsatz kommen wird.

Emissionen gemessen als StundenmittelwertGrenzwerte gemäß. 27. BImSchVWerte der Feuerbestattung TraunsteinUnterschreitung des gesetzlichen Grenzwertes
Kohlenmonoxid CO50 mg/m³N ca. 4,5 mg/m³N um ca. 91,0 %
Staub (Gesamtstaub)10 mg/m³N ca. 1,2 mg/m³N um ca. 88,0 %
Gesamtkohlenstoff C20 mg/m³N ca. 3,5 mg/m³N um ca. 82,5 %
Dioxine und Furane in Summe0,1 ng/m³N ca. 0,01 ng/m³N um ca. 90,0 %

Erläuterung: mg = Milligramm = 1 Tausendstel Gramm; ng = Nanogramm = 1 Milliardstel Gramm; m³N = Normkubikmeter

Ein wesentlicher Faktor für die Einhaltung der Grenzwerte ist die Höhe der Temperatur im Einäscherungsofen. Die vorgegebene Mindesttemperatur in der Nachbrennkammer liegt bei 850° C und erfüllt damit sicher die gesetzlichen Auflagen. Wir arbeiten in Traunstein in unseren sog. schweren Flachbettöfen regelmäßig mit Temperaturen zwischen 900° C und 1.100° C, insofern ist die Einhaltung der Vorgaben des Gesetzgebers ebenso garantiert wie die unproblematische Einäscherung schwerer und überschwerer Verstorbener.

Wie werden die Emissionen genau gemessen?

Kohlenmonoxid (CO), Staub und die Mindesttemperatur in der Nachbrennkammer werden kontinuierlich gemessen und protokolliert. Gesamtkohlenstoff (C) sowie Dioxine und Furane werden während der Kalibrierungen und der jährlichen Funktionsprüfungen gemessen und protokolliert.
Die Messeinrichtungen zur kontinuierlichen Überwachung von Kohlenmonoxid, Sauerstoff, Rauchgasdichte und Temperatur sind spätestens nach Ablauf eines Jahres auf ihre Funktionsfähigkeit prüfen zu lassen. Eine Neu-Kalibrierung muss spätestens nach fünf Jahren der letzten Kalibrierung wiederholt werden. Die Bescheinigung über den ordnungsgemäßen Einbau, die Berichte über das Ergebnis der Kalibrierung und der Prüfung der Funktionsfähigkeit müssen der zuständigen Behörde jeweils innerhalb von drei Monaten nach Durchführung vorgelegt werden. Zur Bestimmung der Massenkonzentration von Dioxinen und Furanen beträgt die Probenahmezeit mindestens sechs Stunden. Die Probenahme erfolgt ab Beginn der Einäscherung. Pausenzeiten zwischen zwei Einäscherungen bleiben unberücksichtigt.

Für Dioxine und Furane soll die Nachweisgrenze des eingesetzten Analyseverfahrens nicht über 0,005 ng/m³ Abgas liegen. Die erforderlichen Kontrollmessungen und Kalibrierungen werden von einem behördlich anerkannten Sachverständigen durchgeführt und – s.o. – anschließend den Überwachungsbehörden (Stadt und Landratsamt Traunstein, Bayerisches Landesamt für Umwelt Augsburg) und der Stadt Traunstein als Erbpachtgeber vorgelegt. Wir haben uns freiwillig gegenüber der Stadt Traunstein verpflichtet, die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte im Betrieb deutlich zu unterschreiten und kommen dieser Selbstverpflichtung nachweislich uneingeschränkt nach. Diese Verpflichtung werden wir auch der Stadt Kolbermoor gegenüber eingehen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt die Feuerbestattung Traunstein aufgrund ihrer ausgezeichneten Betriebsführung, des Einsatzes von kompetenten und umfangreich geschulten Mitarbeitern, der zum Einsatz kommenden Hightech-Technik und der sehr niedrigen Emissionen als Referenzanlage.

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